Sieben Forderungen der kleinsten Menschen

Wir sind die kleinsten Menschen, neu gezeugt und noch ungeboren. Euch, alle bereits geborene Mitmenschen fordern wir heraus, unsere sieben, elementaren Ansprüche anzuerkennen. Zwar bleiben wir fair, doch kompromisslos fair, denn die seitherigen ‚Kompromisse‘ waren einseitig und tödlich – für uns..

  1. Jeder Mensch ist gleich wertvoll.
  2. Notlagen entschuldigen keine Gewalt.
  3. Unsere Menschenwürde ist unteilbar.
  4. Wir sind vollständige Menschen.
  5. Gleichberechtigter Schutz ist fair und wirksam.
  6. Abtreibung verletzt unsere Menschenrechte.
  7. Abtreibung muss undenkbar werden.

1. Jeder Mensch ist gleich wertvoll.

Dies gilt ab dem Beginn seiner Existenz bis zu seinem Ende, und unabhängig von allen Fähigkeiten und Eigenschaften. Deshalb fordern wir einen gleichberechtigten Schutz, wie alle anderen geborenen Leute. Wir fordern Schutz nach denselben Gesetzen und aus denselben Gründen, mit den gleichen Ausnahmen und den gleichen Konsequenzen. Wir sind nicht wertvoller als unsere Mütter, wir sind gleichwertig. Doch wenn Leben gegen Freiheit steht, hat das Leben den Vorrang, denn Leben ist die Voraussetzung für jede Freiheit.

2. Notlagen entschuldigen keine Gewalt.

Die meisten schwangerschaftsbedingten Notlagen wirken sich erst nach der Geburt aus, nicht vorher. Aber keine Notlage kann es entschuldigen, wenn eine Frau ihren Säugling umbringt. Jedes Kind von armen Eltern, jedes behinderte Kind, jedes Kind von kranken Eltern und jeder Nachkomme eines Vergewaltigers ist gesetzlich geschützt. Und ihr habt keinen Grund dafür, uns vor der Geburt anders zu behandeln. Wir sind die gleichen Menschen! Keine Notlage kann eine Abtreibung entschuldigen. Selbst um das Leben unserer Mütter zu retten müssten wir nach einhelliger Aussage von Mediziner[1] nicht abgetrieben werden. In akuten Notfällen seien andere Maßnahmen nötig. Dabei könne man bei fast allen späten Schwangerschaften auch unser Leben retten!

Ihr dürft Eure sozialen Probleme nicht lösen, indem Ihr uns beseitigt.
Ihr dürft Eure persönliche Freiheit nicht aufrechterhalten, indem Ihr uns tötet.
Ihr dürft Überbevölkerung oder Armut nicht bekämpfen, indem Ihr uns umbringt.
Ihr dürft Euer Gewissen nicht beruhigen, indem Ihr noch mehr von uns tötet.

3. Unsere Menschenwürde ist unteilbar.

Angesichts der Gräuel der beiden Weltkriege bezeugten die Vereinten Nationen ihren Glauben an die Würde und den gleichen Wert jedes Menschen in der Menschenrechtserklärung[2]. Denn die Verleugnung der Menschenwürde bereitete den Weg für die grausamsten Menschenrechtsverletzungen an Afrikanern, Juden, Sklaven, Frauen, Behinderten und heute noch an neu gezeugten Kindern. Die Menschenwürde ist die unmittelbare Voraussetzung für alle Menschenrechte. Entweder gilt sie absolut oder gar nicht, denn Menschenwürde kann nicht wachsen oder schrumpfen. Menschenwürde ist unabhängig von allen Fähigkeiten, Körpergröße und Alter. Daher beanspruchen auch wir, die kleinsten Mitglieder der menschlichen Familie, Achtung unsrer Würde und einen gleichberechtigten Schutz. Wenn Ihr uns als „Schwangerschaftsgewebe“ diskriminiert, wie wollt Ihr dann beweisen, dass Ihr mehr sind als „adultes Human-Gewebe“?

4. Wir sind vollständige Menschen.

Praktisch jedes Gericht weltweit akzeptiert DNA-Analysen als Beweismittel für seine Urteile. Die DNA-Analyse an der Gewebeprobe eines Embryos zeigt erstens, dass die Probe von einem Menschen genommen wurde (Menschlichkeit), und zweitens, dass dieser Mensch ein anderer ist als die schwangere Mutter (Einzigartigkeit). Damit ist bereits alles geklärt. Doch nennen wir noch eine dritte Eigenschaft, unser Leben, im wissenschaftlichen Sinn. Wissenschaftlich wird Leben erkannt an Wachstum, Zellteilung, Vererbung, Stoffwechsel, und Energiehaushalt. Alle anderen, mystischen Vorstellungen von Leben sind hier unakzeptabel. Gemeinsam treffen diese drei Merkmale auf alle Menschen zu, und nur auf Menschen. Sie sind daher hinreichend und notwendig, um Menschen zu identifizieren. Und sie waren vorhanden seit sich Ei und Spermium unserer Eltern vereinigten:

  1. wir sind typisch menschlich, gemäß jeder DNA-Analyse,
  2. wir sind einzigartig, und daher andere Menschen als unsere Mütter, gemäß jeder DNA-Analyse, und
  3. wir sind lebendige Organismen, gemäß den allgemein anerkannten biologischen Anzeichen für Leben
    (Wachstum, Zellteilung, Vererbung, Fortpflanzung, Stoffwechsel, Energiehaushalt)

Also sind wir von Anfang an vollständige Menschen. ‚Halbe Menschen‘ gibt es nicht, auch nicht ‚werdende Menschen‘ oder ‚Unter-Menschen‘. Solche Bezeichnungen entspringen einer interessengeleiteten Willkür.

5. Abtreibung verletzt unsere Menschenrechte[6]

  1. ‘Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren (Artikel 1, AEMR)
    Ihr wurdet geboren mit Armen und Beinen, und geboren mit Würde und Rechten. Doch Ihr wurdet nicht mit einem Namen geboren. Den Namen habt Ihr erst bei der Geburt erhalten.
    Auch unsere Rechte und Würde, unsere Arme und Beine entstehen nicht erst bei unserer Geburt. Daher fordern wir unsere Menschenrechte schon jetzt ein, vor unserer Geburt!
  2. ‘Jedes menschliche Wesen hat ein innewohnendes Recht auf Leben. Dieses Recht wird durch Gesetz geschützt’
    (Artikel 6 (1), Zivilpakt, wörtliche Übersetzung aus Englisch)
    Ihr seid einzigartige, lebendige, menschliche Wesen. Das wart Ihr schon seit Eurer Zeugung, so wie wir! Auch wir sind menschliche Wesen und bestehen auf unser Lebensrecht. Mit gesetzlichem Schutz.
  3. Die Todesstrafe darf für strafbare Handlungen, die von Jugendlichen unter 18 Jahren begangen worden sind, nicht verhängt und an schwangeren Frauen nicht vollstreckt werden. ’ (Artikel 6 (5), Zivilpakt)
    Wie jedes andere Kind dürfen wir nicht mit einer Todesstrafe oder schlimmer bestraft werden, die nur bei den schwersten Verbrechen erlaubt ist. Trotzdem bekommen wir keinen fairen Prozess, keinen Vertreter ohne eigene Interessen, keinen unbefangenen Richter, und weder die Möglichkeit, Berufung einzulegen, noch um Begnadigung zu bitten.
    Eine richtige Todesstrafe wäre uns lieber als die ‚freie Entscheidung‘ unserer Mütter.
    Selbst wenn unsere Mütter wegen schwersten Verbrechen schuldig geworden sind, darf an Schwangeren keine Todesstrafe vollstreckt werden. Dieses Menschenrecht dient zu unserem Schutz. Warum sollen wir dann sterben, wenn unsere Mütter unschuldig sind? Übrigens: Wir sind unschuldig.
  4. Jedes Kind hat ohne Diskriminierung hinsichtlich der (..) sozialen Herkunft, des Vermögens oder der Geburt das Recht auf (..) Schutzmaßnahmen (..)’ (Artikel 24 (1), Zivilpakt)
    ‘Jeder Vertragsstaat verpflichtet sich, die in diesem Pakt anerkannten Rechte zu achten und sie allen (..) Personen ohne Unterschied wie insbesondere der (..) sozialen Herkunft, des Vermögens, der Geburt oder des sonstigen Status zu gewährleisten. ’ (Artikel 2 (1), Zivilpakt) (vgl. Artikel 26, Zivilpakt)
    Wir beanspruchen gleiche Rechte und gleichen Schutz, unabhängig von unserer Größe, Alter, Fähigkeiten, Abstammung, Gesundheit oder unserer noch ausstehenden Geburt. Auch in den Menschenrechten steht das Wort „Geburt“ für das „Ende einer Schwangerschaft“ und nicht für den „rechtlichen oder sozialen Status nach einer Geburt“. Begrenzter Schutz ist Diskriminierung.
  5. Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung (..) unterworfen werden’ (Artikel 7, Zivilpakt)
    In vielen Ländern ist es verboten, ein Tier ohne Betäubung zu schlachten. Uns habt Ihr dabei vergessen. Jede Ratte wird besser vor Schmerzen geschützt als wir. Schon ab der 10. Lebenswoche lutschen viele von uns genüsslich an ihrem Daumen. Spätestens ab der 20. Lebenswoche sind wir am gesamten Körper berührungs- und schmerzempfindlich[7]. Trotzdem werden wir mit grausamen Mitteln getötet. Ohne jede Betäubung werden wir mit Zangen oder Saugrohren in Stücke gerissen oder in 2-3 Tagen langsam erstickt[8]. Normalerweise nennt ihr solche Dinge ‚Folter‘.
  6. Niemand darf in Sklaverei gehalten werden. ’ (Artikel 8, Zivilpakt)
    Sklaverei ist die Ausübung von Eigentumsrechten an einem Menschen (Artikel 1, Sklaverei-Konvention).
    Schwangere dürfen gerne über ihren eigenen Bauch verfügen, aber bitte nicht über unseren Bauch. Ihr dürft uns nicht wie das Privateigentum unserer Mütter behandeln, denn Sklaverei und Leibeigentum sind verboten. Selbst wenn man einen Diamanten verschluckt, wird er dadurch nicht zu Privateigentum.
  7. ‚.. bedeutet Völkermord (..) in der Absicht, eine (..) Gruppe (..) zu zerstören: d) Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind‘ (Artikel II (d), Völkermordkonvention).
    Abtreibung ist eines der Mittel zum Völkermord. Nazis wurden in Nürnberg für Völkermord verurteilt, wegen Abtreibungslegalisierung und Zwangsabtreibungen in Osteuropa.
  8. Wir benötigen rechtlichen Schutz vor und nach der Geburt.’ (Deklaration der Rechte des Kindes, Präambel).
    Bitte schützt unser Leben und unsere weitere Existenz, denn das ist alles, was wir haben.

6. Gleichberechtigter Schutz ist fair und wirksam.

  1. Schwangere haben eine besondere Verantwortung. Daher können sie besondere Unterstützung erwarten. Aber wenn sie unverantwortlich handeln, dürfen sie nicht begünstigt werden.
    ‘Denn das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat’ (Jakobus 2:13, Bibel)
  2. Unterdrückte Muttergefühle sind keine Entschuldigung.
    Eine Schwangerschaft verwandelt eine Frau nicht in eine Heilige. Leider.
  3. Gleichberechtigung ist angemessen. Eine Frau, die ihr Kind aus selbstsüchtigen Motiven und mit grausamen Mitteln tötet, muss bestraft werden, egal, ob das Kind schon geboren war oder noch nicht.
    ‘Wird dem Gottlosen Gnade erwiesen, so lernt er nicht Gerechtigkeit‘ (Jesaja 26:10, Bibel)
  4. Mildernde Umstände können in der allgemeinen Gesetzgebung angemessen berücksichtigt werden, z.B. bei Handlungen im Zustand einer starken Erregung, in einer extremen Notlage oder wenn die Abtreibung so ernste Folgen für die Frau hatte, so dass die Verhängung einer Strafe nicht mehr angemessen wäre. Da die Umstände sehr unterschiedlich sein können, muss jeder Fall von einem Gericht geprüft werden.
  5. Eine realistische Strafandrohung verhindert viele Abtreibungen. Wenn eine Schwangere wirklich mit dieser Entscheidung ringt, wird jedes Argument Einfluss haben, auch das Strafrecht. Diejenigen, die einen bestimmten Lebensstil oder persönliche Freiheiten aufrechterhalten wollen, werden nicht mehr abtreiben, wenn sie das wegen des Strafrisikos nicht erreichen können. Das ist nicht unfair, denn tatsächlich werden alle Eltern genauso ‘gedrängt’, ihre geborenen Kinder am Leben zu lassen und zu versorgen. Legalisierung von Abtreibung hat immer zu höheren Abtreibungsraten geführt.
  6. Diebstahl gab es schon immer, bis heute, trotz Verbot. Dennoch hebt ihr dieses Verbot nicht auf. Wenn ihr wirklich Schwangeren in Notlagen helfen wollt, warum erlaubt ihnen nicht Ladendiebstahl oder Steuerhinterziehung, statt Abtreibung?
  7. Keine Abtreibung ist sicher. Für uns ist jede Abtreibung tödlich, und selbst bei fachgerecht durchgeführten Abtreibungen leiden viele Frauen an körperlichen oder seelischen Folgen. Zudem ist der angebliche Zusammenhang zwischen Abtreibungsverboten und einer erhöhten Müttersterblichkeit (MMR) ein unbewiesener Mythos[3]. Es gibt viele Gegenbeispiele, und jedes einzelne von ihnen widerlegt diese Behauptung komplett. Die Müttersterblichkeit der USA (MMR: 14) ist, trotz legalen Abtreibungen, viel größer als in Polen (3), Irland (8) oder Malta (9)[4], mit einem strikten Abtreibungsverbot. Auch wissenschaftliche Studien belegen dies seit langem, beispielsweise anhand der Geschichte von Chile[5].

7. Abtreibung muss undenkbar werden.

Ein Fünftel der europäischen Bevölkerung wurde schon abgetrieben[9]. Hört auf damit. Verteidigt uns durch gleichberechtigten Schutz und Aufklärung, in den Medien, Politik, Medizin, Kultur und Bildung, und mit einer nachhaltigen Familienpolitik, die Familien mit 3 oder mehr Kindern fördert. Sonst sterbt Ihr aus.

Die entscheidenden Dinge des Lebens kann man weder planen noch kaufen.
Ihr dürft nicht unser Leben opfern, um eure Probleme zu lösen.
Hört auf, vorgeburtliche Gewalt als Lösung zu empfehlen.
Eine schwangere Mutter braucht etwas Besseres als Abtreibung.
Wir brauchen Lösungen für das Leben.

 i. V.
Dieter Egert, 5. April 2018
Vorsitzender der Interessenvertretung ungeborener Menschen
pdf-Download des Artikels:  Sieben Forderungen der kleinsten Menschen


[1] Dublin Declaration, unterzeichnet von über 1000 Medizinern www.dublindeclaration.com  oder
Erklärung von Dr Anthony Levatino, ein diesbezüglich sehr erfahrener Gynäkologe: http://youtu.be/ysl1tRnk-ig (englisch) (z.B. eine Eileiterschwangerschaft wird nicht durch eine Abtreibung behandelt, sondern durch eine andere Art der OP, wobei das Kind sowieso nicht gerettet werden kann)

[2] Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948, Präambel

[3] Stefano Gennarini, J.D. and Rebecca Oas, Ph.D., Securing a Better Future for Mothers in the Post-2015 Development Agenda (IORG Briefing Paper March 2014) https://c-fam.org/wp-content/uploads/11-Securing-a-better-future-Final-s.pdf

[4] World Health Organization, Maternal health, Static map MMR 2015, vgl. auch Chile (22), Bangladesh (176), China (27) http://gamapserver.who.int/gho/interactive_charts/mdg5_mm/atlas.html

[5] Elard Koch, Chile – Abortion Legislation and Maternal Deaths – a Natural Experiment (1957-2007, PLoS ONE, May 2012 Vol 7 Issue 5) http://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371/journal.pone.0036613&type=printable

[6] Submission of ‘Interessenvertretung ungeborener Menschen’ to GC No 36 on Art 6 ICCPR, Oct. 2017, www.ohchr.org/Documents/HRBodies/CCPR/GCArticle6/IVUM.docx

[7] Sheila Page, D.O., Testimony in Support of Texas Bill to Prohibit Dismemberment Abortions, deutsche Übersetzung:
www.ungeborene.de/wp-content/uploads/Testimony-on-Pain-Capable-Unborn-Child-Protection-Act-Dr-Sheila-Page-DEUTSCH.pdf ;
Bundesärztekammer, Pränatale und perinatale Schmerzempfindung,– Deutsches Ärzteblatt 1991; 88(47), A 4157-4169 ;
IVUM, Schmerzempfinden vor der Geburt www.ungeborene.de/abtreibung/schmerzempfinden-von-ungeborenen

[8] Die Abtreibungspille bewirkt eine Loslösung der Plazenta von der Gebärmutter, wodurch das Kind langsam in 2-3 Tagen erstickt. Dies wird bei medikamentösen Spätabtreibungen als Off-Label-Anwendung empfohlen, z.B. von ‘Pro Familia’ und der WHO.
siehe auch IVUM, Methoden der Abtreibung www.ungeborene.de/methoden-der-abtreibung

[9] In Deutschland: Jährlich 700 T Lebendgeburten und mit Dunkelziffer etwa 200 T Abtreibungen, über mehrere Jahrzehnte

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