Was ist nach einer Vergewaltigung?

Eine Vergewaltigung ist ein schweres Verbrechen. Betroffene Frauen leiden oft jahrelang an den Folgen. Wird sie dann noch schwanger, muss sie zudem spüren, wie in ihrem Körper das Kind ihres Vergewaltigers heranwächst. Kann man ihr das zumuten?

Tatsächlich zeigt die amtliche Statistik, dass nur ein winziger Bruchteil der Schwangerschaftsabbrüche mit einer Vergewaltigung begründet werden. Im Jahre 2013 gab es bei 102.000 Abbrüchen nur ganze 20 Abbrüche mit einer kriminologischen Begründung. Das sind rund 0,02 %, und das schon seit vielen Jahren. Die Anzahl der jährlichen Vergewaltigungen und wohl auch die Zahl der daraus folgenden Schwangerschaften dürfte um viele Größenordnungen höher liegen. Demnach haben sich offenbar die meisten der vergewaltigten Schwangeren für ihr Kind entschieden!

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Schließlich ist dieses Kind ja im auch ihr Kind, und nicht das des Vergewaltigers.

Hier geht es auch um die Würde der Frau, die zum Opfer gemacht wurde. Sie sollte nun in eine aktive, konstruktive Rolle kommen, ohne sich gegen jemanden richten zu müssen. Bei „Rache“ müsste man doch fragen: Gegenüber wem? Dem Täter? Dem Ungeborenen? Das würde sie nur noch tiefer in die Negativität bringen. Abtreibungen sind wieder Eingriffe, wo jemand manipulierend in den Körper der Frauen eingreift. In der Erinnerung der Betroffenen kann das als 2.Traumatisierung eingegraben werden.

Der spirituell sinnvolle Weg geht immer über Vergebung, auch wenn das jahrelang dauern kann. Kurzfristig hingegen kann die Schwangere etwas Positives tun, oder auch zulassen: Sie kann Leben schenken, wo vorher Gewalt und Entwertung waren. Diese Transformation bringt sie in eine moralisch überlegene Position, egal, ob sie das Kind nun selbst aufzieht oder liebevolle Eltern aussucht oder aussuchen lässt. Dies fördert auch den Prozess der Vergebung. Der Vergebende kommt dorthin, dass er zuvor Stärke (Macht an Stelle der Ohnmacht) fühlen muss, um dann Vergebung auszusprechen.

Auf diesem Weg ist es vielen Frauen möglich, in ihrem Kind einen Lichtblick zu erkennen, etwas Gutes, das aus einer schlimmen Situation entstand. Nachzulesen beispielsweise bei Frauen, von denen hier berichtet wird. Die Frage ist zudem, ob eine Abtreibung überhaupt etwas ungeschehen machen kann, ob es wieder so wie vorher wird, oder ob nicht alles dadurch nur noch schlimmer wird. Oder ob ein Kind nicht vielmehr Trost, Lebensmut und Lebensperspektive für die Mutter bedeutet.

Schließlich kommt im ‚günstigsten Fall‘ der Vergewaltiger für einige Jahre ins Gefängnis. Danach muss die Frau befürchten, dass er ihr irgendwann wieder gegenübersteht, denn mit der Todesstrafe musste er ja nicht rechnen. Doch das unschuldige Kind soll mit dem Tod für seine Herkunft bezahlen? Irgendwie ist das doch unfair. Man kann nicht ein Kind für die Verbrechen seiner Vorfahren verantwortlich machen. Das ist Diskriminierung aufgrund der Abstammung, was man im allgemeinen als ‚Rassismus‘ bezeichnen würde.

So sehen das offenbar viele der Frauen, die vergewaltigt wurden.
Wäre das Kind bereits geboren, dann würde niemand behaupten, dass man es töten dürfe, auch nicht wenn es durch Vergewaltigung gezeugt wurde. Genauso muss man auch vor der Geburt sehen: Es ist derselbe Mensch. Solange das Kind noch nicht geboren ist darf man keinen anderen Maßstab anlegen, oder als vermeintliche Problemlösung empfehlen.

Folglich ist Vergewaltigung kein gutes Argument für Abtreibungen.

Man kann das Verbrechen einer Vergewaltigung nicht durch
die Tötung eines unschuldigen Kindes anstelle des Vergewaltigers
mildern oder ungeschehen machen.

save the 1

Es gibt sehr wenige Studien darüber, was vergewaltigte Frauen von einer Abtreibung halten, oder wie sie eine Abtreibung erlebten. Das Elliot-Institut berichtet von einer Untersuchung, die mit dem Buch ‚Victims and Victors‘ veröffentlicht wurde. Darin wurden 192 Frauen befragt, die nach einer Vergewaltigung schwanger geworden waren. Einige hatten abgetrieben, die meisten jedoch hatten ihr Kind ausgetragen.

Die meisten Frauen, die durch Vergewaltigung oder Inzest schwanger werden, wollen nicht abbrechen! Stattdessen fordern viele Frauen in diesem Buch Mitgefühl, wirkliche Unterstützung, eine Chance zur Heilung und echte Entscheidungsfreiheit für Frauen wie sie und ihre ungeborenen Kinder.
Diese größte Umfrage, die jemals bei Frauen gemacht wurde, die durch sexuelle Übergriffe schwanger wurden, zeigte:

  • Fast 80 Prozent der Frauen, die eine Schwangerschaft abgebrochen hatten, die in durch sexuelle Übergriffe empfangen wurde, berichteten, dass Abtreibung die falsche Lösung gewesen war.
  • Die meisten Frauen, die Abtreibungen hatten, sagten, dass Abtreibung nur das Trauma, das sie erlebt haben, verstärkt hat.
  • In vielen Fällen erlebte das Opfer starken Druck oder Aufforderungen zur Abtreibung und in einigen Fällen, vor allem bei Jugendlichen, wurden sie sogar durch andere zu einer Abtreibung gezwungen.
  • In Fällen von Inzest oder anhaltenden sexuellen Missbrauch wurde die Abtreibung häufig von dem Täter verwendet, um den Missbrauch zu vertuschen, und in vielen Fällen wurde an dem Mädchen ungefragt eine Abtreibung durchgeführt und dann wieder in die missbräuchliche Situation gebracht.
  • Keiner der Frauen, die ein Kind austrugen, das durch Vergewaltigung empfangen wurde, bedauerte das später oder wünschte, sie hätte stattdessen abgetrieben.

Save the 1  Vereinigung von Vergewaltigungsopfern (Gründerin Rebecca Kiessling), die vergewaltigte Frauen und deren Kinder unterstützt (Englisch)

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  1. so ein kind ist und bleibt immer ein teil des täters. da kann es noch 100 mal unschuldig sein, das ändert nichts an der tatsache!!

  2. jeder kann das sehen wie er will, aber ein kind aus einer vergewaltigung als lichtblick zu bezeichnen, ist mehr als übertrieben ! schlimm genug, eine vergewaltigung erlebt u haben, soll man auch noch die schwangerschaft und geburt über sich ergehen ? die gewaltsam erzwungen wurde ? wenn ich wüsste, ich wäre das produkt einer vergewaltigung, wäre ich froh gewesen ,wenn man mich abgetrieben hätte. ich wäre lieber tot, als damit zu leben. und für mich hat ein ungeborenes keine personenstatus wie ein bereits geborener mensch.