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Leserbrief zum Marsch für das Leben 2023

Verfasst am 17.09.2023 für die Leserbrief-Seite der Kölner Rundschau

Guten Tag, 

als Teilnehmer an dem Marsch für das Leben muss ich sagen, dass ich überrascht bin von der Aggression und Gewaltbereitschaft der Gegendemonstranten. Den Kommentar von Michael Fuchs kann ich nur unterstützen. Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht und ein Menschenrecht. Dieses muss auch und vor allem Andersdenkenden gewährt werden, sonst ist das Zeitalter der Demokratie in unserem Land beendet.

Auch die haltlosen Vorwürfe im Protestbrief an Herrn Mandl (Bericht in Kölner Rundschau) zeugen davon, dass die Schreiber sich mit dem Bundesverband Lebensrecht wohl noch niemals wirklich beschäftigt, oder ein Gespräch geführt haben. Zu den angeblichen ‘regelmäßigen Bedrohungen von Beratungsstellen’ durch BVL Mitgliedern gibt es außer vielfach wiederholten Verleumdungen keine Belege. Gebete vor Beratungsstellen (für die Schwangeren, für deren Kinder und .. für die Beraterinnen..!) können nur schwerlich als Bedrohung uminterpretiert werden. Doch Sachbeschädigungen durch linke Abtreibungs-Fans sind an der Tagesordnung, an Beratungsstellen von Pro-Life Organisationen, die seit Jahren ohne staatliche Unterstützung konkrete Hilfe für Schwangere und Mütter anbieten, und mittlerweile sogar an kirchlichen Einrichtungen.

Auch am Marsch für das Leben fielen die vermeintlichen ‘Freunde der Demokratie’ auf den Gegendemos vor allem durch unflätige und haltlose Beschimpfungen bis hin zu handgreiflicher Aggressivität auf, selbst gegenüber der Polizei. Im Bericht der Kölner Rundschau ‘Polizei setzte Schlagstöcke ein‘ fehlte leider der wichtige Hinweis, dass die beschriebenen Auseinandersetzungen und Strafanzeigen ausschließlich Teilnehmer der Gegendemos betrafen. Deren Blockaden führten, soweit ich sehen konnte, zu einer Einkesselung der Marschteilnehmer, mit Unterstützung der Polizei, die uns nicht herauslassen wollte. Das grenzt an Freiheitsberaubung. Eine Gegendemo kann sich nicht auf ein Demonstrationsrecht berufen, wenn der einzige Zweck darin besteht, das Demonstrationsrecht anderer Bürger zu beschneiden! Es ist beschämend, dass Grüne und NGOs mit staatlicher Förderung solche undemokratischen Aktionen unterstützen.

Den Marschteilnehmern eine Nähe zu ‘Rechtextremismus’ vorzuwerfen ist nur noch lächerlich angesichts des Mottos ‘Jeder Mensch ist gleich wertvoll’, das auf vielen unserer Luftballons stand. Ja, Jeder ist gleich wertvoll, egal wo er geboren wurde (also ja: auch Ausländer..!), und egal ob seine Entbindung noch aussteht oder nicht! Das ist unsere Überzeugung. Daher hat Jeder seit Beginn seiner Existenz einen gleichberechtigten Anspruch auf Schutz und Fürsorge. Ebenso meinen wir: Gewalt ist keine Lösung, auch nicht vor der Geburt. Wir distanzieren uns schon immer von jeder Gewalt, im Gegensatz zu allen Unterstellungen. Man tötet keine Menschen um soziale Probleme zu lösen. 

Wer auch immer unsere Überzeugung teilt (‘Jeder ist gleich wertvoll’) oder uns auch einfach nur zuhören möchte ohne zu stören, ist herzlich willkommen. Schließlich lernt man nie aus. Ich bin bereit mit jedem zu diskutieren, egal welche politische Position er derzeit vertritt. Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt für einige Denunzianten wegen potentieller Kontaktschuld schon ein gefährlicher Extremist bin. Jedenfalls suchte ich am Rand der Demo das Gespräch mit einigen Gegendemonstranten, was mir auch gelang und dazu beitrug, Emotionen und Vorurteile abzubauen und ein wenig gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Auch wenn keiner den anderen wirklich überzeugen konnte, finde ich das schon sehr wertvoll.

Gruß
Dieter Egert,

Interessenvertretung ungeborener Menschen

Hier noch ein schönes Video, das die Gegensätze zwischen den Demos sehr gut aufzeigt:

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